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News 11.02.2016

Klimagase in Deutschland 2014 deutlich gesunken

Hendricks: Handlungsbedarf bei Verkehr und Landwirtschaft

In Deutschland sind die Treibhausgase 2014 erstmals seit Jahren deutlich gesunken. Insgesamt lagen die Emissionen im Jahr 2014 bei 901,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten – und damit 4,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres Allerdings gibt es einen Anstieg der Emissionen in den Bereichen Verkehr und Landwirtschaft. Das geht aus Berechnungen hervor, die das Umweltbundesamt (UBA) jetzt der Europäischen Kommission übermittelt hat.

Im Verkehrssektor stiegen die Treibhausgasemissionen um 1,2 Prozent auf gut
161 Millionen Tonnen CO2. Verantwortlich dafür ist der zunehmende Straßenverkehr. Seit 2005 hat es damit im Verkehrsbereich kaum Fortschritte bei der Klimabilanz gegeben.

Auch in der Landwirtschaft stagnieren die Bemühungen zum Klimaschutz. Die Treibhaus-gasemissionen der deutschen Landwirtschaft sind 2014 gegenüber dem Vorjahr um etwa 2,2 Prozent gestiegen auf insgesamt 66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Die Bereiche Verkehr und Landwirtschaft wur-den für den Klimaschutz viel zu lange vernachlässigt.
Das kann so nicht bleiben. Verkehr und Landwirtschaft müssen künftig substantielle Beiträge für den Klimaschutz leisten. Wir brauchen eine Klimawende in allen Sektoren. Der Klimaschutzplan 2050, den die Bundesregierung im Sommer vorlegen will, soll dazu den Weg weisen.“

Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Wir brauchen dringend eine verkehrspolitische Zäsur. Dazu gehört unter anderem ein besseres Angebot von Bus und Bahn, mehr Elektro-mobilität für Autos und Fahrräder und eine Förderung von Fuß- und Fahrradverkehr. Nur so werden wir es schaffen, unsere Klimaziele auch im Verkehr zu erreichen.“

Hauptursachen der Entwicklung in der Landwirtschaft sind gestiegene Emissionen aus der Kalkung und Harnstoffdüngung in der Landwirtschaft sowie der Wegfall der Milchquote, der zu einer erhöhten Milchviehhaltung geführt hat. Ebenso ist der vermehrte Einsatz der Vergärung von Energiepflanzen zur Energiegewinnung verantwortlich für die Steigerung der landwirtschaftlichen Emissionen.

Insgesamt wurden 2014 in Deutschland 901,9 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente Treibhausgase ausgestoßen. Das ist eine Reduktion um 43,3 Mio. Tonnen gegenüber 2013. Die größten Minderungen erzielte mit 20,9 Mio. Tonnen die Stromerzeugung, obwohl das Stromex-portsaldo wie in den vergangenen Jahren weiter gestiegen ist und die damit verbundenen Emissionen in der deutschen Bilanz anzurechnen sind. Jedoch wurde durch den Ausbau regenerativer Energieträger, insbesondere Windkraft und Photovoltaik, der Einsatz fossiler Energieträger weiter gesenkt.

Für das Beheizen von Häusern und Wohnungen wurde, überwiegend witterungsbedingt, weniger Öl und Gas verbraucht. So konnten 20,8 Mio. t CO2-Äquivalente eingespart werden.

Weitere Informationen:
Eine Grafik zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen nach der CRF-Kategorisierung der Berichterstattung an die UNFCCC finden Sie unter www.uba.de/themen/emissionsquellen

Eine Grafik zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen nach den Sektoren des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 der Bundesregierung finden Sie unter www.uba.de/treibhausgas-emissionen-2014-sektoren

Der komplette Nationale Inventarbericht erscheint in Kürze auch in der UBA-Reihe Climate Change.

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(Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit vom 11.02.2016)