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News 04.10.2016

Naturland fordert erhebliche Nachbesserungen am Klimaschutzplan der Bundesregierung

Naturland fordert in einer Stellungnahme zum Klimaschutzplan 2050 erhebliche Nachbesserungen am Entwurf der Bundesregierung. „Ohne die Festschreibung wirksamer und verbindlicher Etappenziele zur CO2-Reduktion wird Deutschland die Klimaziele von Paris nicht erreichen können. Die Bundesregierung muss jetzt ihren eigenen Ankündigungen zum Klimaschutz Taten folgen lassen und den Klimaschutzplan 2050 ambitioniert nachbessern“, sagte der Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzende Hans Hohenester am Freitag in Gräfelfing. Andernfalls drohe der ganze Plan zur Farce zu werden, warnte er.

Anfang September hatte das Bundesumweltministerium den Klimaschutzplan 2050 zur nationalen Umsetzung des Klimaabkommens von Paris vorgelegt. Im Abstimmungsprozesses zwischen Kanzleramt, Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium wurde das Papier dann immer weiter zusammengestrichen. So fehlen im fertigen Entwurf wirksame Ziele zur CO2-Reduktion für alle wesentlichen Sektoren, vom Verkehr über die Landwirtschaft bis zum Energiesektor.

Potenzial des Öko-Landbaus für den Klimaschutz nutzen
Dabei ist allein die Landwirtschaft für rund zwölf Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Klimaziele können deshalb nur erreicht werden, wenn die Emissionen aus der Landwirtschaft wie geplant bis 2050 halbiert werden. Doch dafür braucht es einen grundlegenden Umbau der Land- und Lebensmittelwirtschaft hin zu mehr Ökologie und Nachhaltigkeit, forderte Hohenester: „Wir müssen mehrere Hebel gleichzeitig bedienen. Die Nutztierhaltung muss an die Fläche angepasst werden, der Konsum tierischer Lebensmittel muss sinken und das Dauergrünland muss geschützt werden“, sagte der Naturland Präsidiumsvorsitzende.

Wie die Landwirtschaft vom Mitverursacher des Klimawandels zu einem entscheidenden Teil der Lösung des Problems werden kann, zeigt seit Jahrzehnten der Öko-Landbau. So können humusreiche Öko-Böden mehr CO2 aufnehmen und speichern als sie abgeben. Durch die Flächenbindung in der Tierhaltung wiederum haben Öko-Betriebe geringere Tierzahlen und einen geringeren Futtermittelbedarf, wodurch die Treibhausgasemissionen - insbesondere der Methan-Ausstoß - deutlich reduziert werden.

„Wir begrüßen ausdrücklich, dass Umweltministerin Barbara Hendricks die Ausweitung des Öko-Landbaus auf 20 Prozent bis 2030 als Maßnahme gegen den Klimawandel im Klimaschutzplan verankert hat“, betonte Hohenester. Um dieses Ziel zu erreichen, muss allerdings das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) deutlich aufgestockt werden. Darüber hinaus müssen die Forschungsmittel für den Öko-Landbau signifikant erhöht werden, forderte der Naturland Präsidiumsvorsitzende.

Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V.
Kleinhaderner Weg 1, 82166 Gräfelfing
Tel. +49 (0) 89 - 89 80 82 31, Mobil: +49 (0) 172 - 65 98 389
www.naturland.de, www.oekobauer-gesucht.de

(Quelle: Pressemitteilung von Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V. vom 04.10.2016)