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News 15.02.2017

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka zu neuen Techniken in der Pflanzenzucht

"Die Landwirtschaft steht weltweit vor immer größeren Herausforderungen, die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Wir brauchen nicht nur höhere Erträge, sondern vor allem auch robuste Pflanzen, die auch auf kargen, trockenen und versalzten Böden wachsen und trotzdem eine sichere Ernte liefern. Einen entscheidenden Beitrag dazu können neue Züchtungstechniken leisten.

Die Natur kennt unendliche Vielfalt, die wir uns heute zu Nutze machen können. Wir können mit den neuen Techniken wie dem sogenannten CRISPR/Cas-Verfahren von der Natur lernen und sie kopieren. Was mit herkömmlichen Züchtungsmethoden oft Generationen gedauert hat, ist heute mit diesem Verfahren im Labor viel schneller und vor allem zielgenauer zu erreichen. Ein großer Fortschritt, um den Wettlauf mit dem Hunger, der noch immer die Menschheit in weiten Teilen der Welt bedroht, zu gewinnen.

Umso wichtiger ist es, dass diese revolutionären neuen Methoden weiter entwickelt und erforscht werden können. Deutschland ist ein Ort, an dem die Pflanzenforschung seit mehr als einem Jahrhundert weltweit führend ist. Denken Sie an den Standort Gatersleben, wo Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten. Wir haben alle Chancen, die lange Tradition nun erfolgreich weiter zu führen. Das ist für den Wissenschaftsstandort Deutschland ebenso wichtig wie für die globale Landwirtschaft insgesamt.

In Deutschland gelten strenge Regeln, damit Forschung auch ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gerecht wird. Das ist gut so. Der ständige Austausch über ethische Fragen gehört dazu. Auch mit Blick auf die Neuen Züchtungstechniken ist das der Fall und soll so bleiben. Aber wir haben auch eine Verantwortung, Wissen weiter zu entwickeln. Dafür braucht es auf jeden Fall Experimentierräume, die wir uns nicht vorschnell verbauen sollten."

Hintergrund:
Experten diskutieren heute über die neuen Möglichkeiten molekulargenetischer Methoden in der Pflanzenzucht. Auf Einladung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, dem Deutschen Ethikrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) debattieren Fachleute aus Wissenschaft und Politik darüber, was "gentechnisch veränderter Organismus" bezeichnet und entsprechend reguliert werden muss und was nicht.

(Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 15.02.2017)