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News 22.03.2017

Glyphosat: Monsantos gekaufte Forschung

Zu den Berichten und Vorwürfen gegen Monsanto, die Glyphosat-Risikoforschung zu ihren Gunsten über abhängige Wissenschaftler zu beeinflussen, erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

Monsantos gekaufte „Forschungsergebnisse“ müssen jetzt gründlich hinterfragt werden. Wenn angeblich unabhängige Studien in Wirklichkeit von Monsanto selbst geschrieben worden sind, ist damit die gesamte Bewertung deutscher und europäischer Behörden in Frage gestellt, die auf diesen Studien basieren und das Ackergift immer wieder für unbedenklich erklärt haben.

Auf so einer fragwürdigen Basis darf es keine Glyphosat-Neuzulassung geben. Die Vorwürfe müssen jetzt dringend aufgeklärt werden. Wenn sich der Verdacht bestätigt, muss die ganze Glyphosat-Bewertung neu aufgerollt werden, auf wirklich unabhängiger Basis. Schließlich gibt es etliche Berichte und Studien, die vor Glyphosat warnen. Sie wurden allerdings bislang von den Behörden wenig ernstgenommen.

Die neuen Enthüllungen über Konzern-Ghostwriting zeigen einmal mehr, dass die Risikoprüfung von Pestiziden und anderen Stoffen komplett neu organisiert werden muss. Selbstverständlich müssen die Firmen unabhängige Risiko-Studien auch künftig finanzieren – aber nicht in direkter Linie. Die Durchführung muss über eine staatliche Behörde organisiert werden. Die würde exakt ausschreiben, was auf welche Weise untersucht werden soll. Unabhängige Institutionen könnten sich darum bewerben. Die Konzerne sollten nicht wissen, wer die Studien durchführt – und umgekehrt die Forscher nicht, wessen Stoff sie da untersuchen. Nur so kann Einflussnahme wirksam verhindert werden.

Bevor ein solches neues System etabliert ist, müssen die Firmen wenigstens jede Studie, die sie durchführen, vor Beginn bei den Behörden melden, damit sie keine unliebsamen Ergebnisse mehr einfach unter den Tisch fallen lassen können und das Verfahren und die wissenschaftliche Vorgehensweise transparent ist.

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(Quelle: Pressemitteilung der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen vom 22.03.2017)