Nachrichten-Archiv

News 22.03.2017

Abwasser – die ungenutzte Ressource

Zum heutigen Welttag des Wassers legt die UNESCO den jüngsten Weltwasserbericht vor. Aus diesem Anlass findet am Abend im Universitätsforum in Bonn eine Podiumsdiskussion zum Thema „Abwasser – die ungenutzte Ressource“ statt. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Marianela Fader vom Internationalen Zentrum für Wasserressourcen und globalen Wandel an der Bundesanstalt für Gewässerkunde.

Im Jahr 2003 veröffentlichte die UN den ersten Weltwasserbericht, seit 2014 erscheint dieser jährlich. Das Thema des nun vorliegenden achten Berichts lautet „Abwasser, die ungenutzte Ressource“, die deutsche Übersetzung der Zusammenfassung des Berichts stammt von der Deutschen UNESCO-Kommission.

Hierzu stellt die Deutsche UNESCO-Kommission fest: „Abwasser gewinnt angesichts der immer weiter steigenden Wassernachfrage zunehmend an Bedeutung als eine verlässliche alternative Quelle der Wasserversorgung. Statt „Behandlung und Entsorgung“ geht es heute um Abwasserbewirtschaftung mit Fokus auf „Wiederverwendung, Wiederaufbereitung und Rückgewinnung“. Dieser Paradigmenwechsel sieht Abwasser nicht länger als ein zu lösendes Einzelproblem, sondern als Teil von Gesamtlösungen für die heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen“.

Am Abend des heutigen Weltwassertages veranstalten die Deutsche UNESCO-Kommission gemeinsam mit dem Universitätsforum, der Stadt Bonn und dem Internationalen Zentrum für Wasserressourcen und globalen Wandel eine Podiumsdiskussion zum Thema „Abwasser – die ungenutzte Ressource“. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Universitätsforum, Heussallee 18-24. Hier wird auch der neue Weltwasserbericht vorgestellt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung unter:
https://www.unesco.de/wissenschaft/2017/vorstellung-weltwasserbericht-2017.html

http://www.waterandchange.org/#events

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) ist mit dem Thema Abwasser nicht nur über das Internationale Zentrum für Wasserressourcen und globalen Wandel verbunden. In unterschiedlichen Forschungsprojekten, teils EU-gefördert, teils im Forschungsverbund mit israelischen Partnern, befasst sich die BfG mit unterschiedlichen Fragestellungen. Eine davon ist, ob gereinigtes Abwasser als zusätzliche Ressource zur Trinkwassergewinnung geeignet ist, ohne dass die neuartigen Schadstoffe und Krankheitserreger die Wasserqualität negativ beeinflussen. Das wäre insbesondere in Gebieten mit Wasserknappheit von Interesse. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf natürlichen Reinigungsverfahren wie Bodenpassagen in Kombination mit den weitergehenden Verfahren wie Ozonung und Aktivkohle. In dem ERC-Projekt ATHENE wurde zusätzlich untersucht, inwieweit sich die biologische Reinigung des Abwassers verbessern lässt, um neuartige Schadstoffe soweit zu entfernen, dass weitergehende Reinigungsverfahren sehr viel effizienter eingesetzt werden können. Auf der Pilotanlage an der Kläranlage Koblenz konnte gezeigt werden, dass mit einem Wirbelbettverfahren, in denen Aufwuchskörper in der biologischen Stufe verwendet werden, sich einige relevante Stoffe wie das Schmerzmittel Diclofenac rein mikrobiologisch entfernen lassen. Eine Überschreitung des für die Umweltqualitätsnorm (UQN) vorgeschlagenen Grenzwertes von 0,10 µg/L für Diclofenac (Kandidatenstoff der Wasserrahmenrichtlinie) kann dadurch beispielweise vermieden werden.

Weitere fachliche Informationen: Prof. Dr. Thomas Ternes, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Am Mainzer Tor 1, 56068 Koblenz, Fon: 0261/1306 5560, Mail: ternes@bafg.de

Pressekontakt: Dr. Sebastian Kofalk, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Am Mainzer Tor 1, 56068 Koblenz, Fon: 0261/1306 5330, Mail: kofalk@bafg.de

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Sie ist das wissenschaftliche Institut des Bundes für wasserbezogene Forschung, Begutachtung und Beratung insbesondere in den Bereichen Hydrologie, Gewässernutzung, Gewässerbeschaffenheit, Ökologie und Gewässerschutz. Die Arbeit der BfG erstreckt sich in erster Linie auf die schiffbaren Flüsse, Kanäle und Küstengewässer (Bundeswasserstraßen), die durch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) verwaltet werden. Als Ressortforschungseinrichtung ist die BfG Teil der deutschen Wissenschaftslandschaft.

(Quelle: Pressemitteilung der Bundesanstalt für Gewässerkunde vom 22.03.2017)