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News 24.04.2017

BMBF: Moderne Pflanzen braucht die Welt

Eine neue Förderinitiative des Bundesforschungsministeriums bringt die "Nutzpflanzen der Zukunft" auf den Weg. Das Ziel sind verbesserte Nutzpflanzen, die auch unter schwierigen Standortbedingungen zuverlässig Erträge liefern oder über optimierte Inhaltsstoffe verfügen. Das Mittel hierzu sind fortschrittliche Züchtungsmethoden, die schnelle sowie nachhaltige Erfolge ermöglichen, kostengünstig sind und zudem als besonders sicher gelten. Für die Förderinitiative stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sechs Millionen Euro für einen Zeitraum von zwei Jahren zur Verfügung. Die Initiative ist Teil der "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" des BMBF.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sagte: "Weltweit steht die Landwirtschaft vor immer größeren Herausforderungen, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Wir brauchen nicht nur höhere Erträge, sondern vor allem auch robuste Pflanzen, die auf kargen, trockenen und versalzten Böden wachsen und trotzdem eine sichere Ernte liefern."

Neu gezüchtete Pflanzen sollten widerstandsfähig gegen Schädlinge sein und weniger Dünger zum Wachstum benötigen. Gleichzeitig gilt es, die Artenvielfalt, insbesondere mit Blick auf lokal angepasste, alte Nutzpflanzen, zu erhalten, um das Kulturpflanzenspektrum insgesamt zu bewahren oder zu erweitern. Neben den Nahrungspflanzen steht auch der steigende Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen und biobasierten Ressourcen im Fokus der pflanzlichen Züchtungsforschung. Damit können sich Landwirte weitere Einkommensquellen erschließen. Auch der Endverbraucher und die Industrie profitieren von dieser Entwicklung: Durch den Einsatz von neuen, zeitgemäßen Züchtungsmethoden können mehr biobasierte Produkte mit besonderen Eigenschaften auf den Markt kommen, zum Beispiel Bioplastik oder Dämmstoffe.

Mit der Förderinitiative "Nutzpflanzen der Zukunft" fördert das BMBF insbesondere die unter dem Begriff "Genome Editing" zusammengefassten Zukunftstechnologien für den Bereich der Pflanzenzüchtungsforschung. Im Fokus steht hierbei - neben anderen Methoden - das CRISPR/Cas-Verfahren. Mit herkömmlichen Züchtungsmethoden dauert es teilweise 10 bis 15 Jahre bis eine neue Nutzpflanze mit verbesserten Eigenschaften entsteht. Die Verwendung des CRISPR/Cas-Verfahrens kann die Entwicklung nicht nur spürbar beschleunigen, sondern durch ihre hohe Präzision auch sicherer machen. Nebeneffekte können minimiert werden. Das innovative Verfahren bietet ein großes wissenschaftliches Entwicklungspotenzial und ist auch für kleinere Unternehmen und universitäre Forschungseinrichtungen interessant.

"Wir können mit neuen Techniken wie dem sogenannten CRISPR/Cas-Verfahren von der Natur lernen und sie nachahmen. Was mit herkömmlichen Züchtungsmethoden oft Generationen gedauert hat, ist heute mithilfe der neuen Züchtungsmethoden viel schneller und zielgenauer zu erreichen. Umso wichtiger ist es, dass die Anwendungen dieser revolutionären neuen Methoden weiter entwickelt und erforscht werden. Deutschland ist in der Pflanzenforschung seit mehr als einem Jahrhundert weltweit führend. Diese Tatsache ist für den Wissenschaftsstandort Deutschland ebenso wichtig wie für die globale Landwirtschaft", sagte Wanka.

Mehr Informationen: https://www.bmbf.de/de/biooekonomie-neue-konzepte-zur-nutzung-natuerlicher-ressourcen-726.html

(Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 24.04.2017)