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News 13.09.2017

Den Fluss als Lebensspender vor Austrocknung retten

Deutsch-iranische Forschungsinitiative im Einzugsgebiet des Zayandeh Rud

Wahrzeichen der historischen Stadt Isfahan, Lebensader einer ganzen Region, heute fast verschwunden: Der Zayandeh Rud im Zentraliran stirbt. Das liegt am Klimawandel und am verschwenderischen Umgang mit seinem kostbaren Wasser. Seit 2010 arbeitet ein deutsch-iranisches Projektteam an Lösungen für eine nachhaltigere Bewirtschaftung, um den Fluss vor dem vollständigen Austrocknen zu retten. Die Ergebnisse der ersten Projektphase sind jetzt in einem Sammelband nachzulesen. Sie zeigen eindrücklich, welche Fortschritte im Wasserressourcenmanagement im Zusammenspiel moderner Umwelttechnik und Managementansätze mit lokalem Wissen und Know-how zu erreichen sind und wie sie verstetigt werden können.

Für den Zayandeh Rud bedeutet es Fluch und Segen zugleich, der „lebensspendende Fluss“ (so die wörtliche Übersetzung seines Namens) im Zentraliran zu sein. Er liefert Wasser für mehr als 4 Millionen Menschen, große landwirtschaftliche Flächen, wichtige Industriezweige und ein einzigartiges Ökosystem, zu dem auch der von der UNESCO anerkannte Salzsee Gavkhuni zählt. Gleichzeitig leidet der Fluss neben den spürbaren Auswirkungen des Klimawandels vor allem am Fehlen einer ganzheitlichen Bewirtschaftungsstrategie. In den vergangenen Jahren ist er mehrfach ausgetrocknet – mit entsprechend fatalen ökologischen, ökonomischen und sozialen Konsequenzen.

Das Ziel: Wasserressourcen gemeinsam bewirtschaften
Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), erarbeitet ein deutsch-iranisches interdisziplinäres Team seit 2010 Lösungen für ein integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM) im Einzugsgebiet des Zayandeh Rud. Das IWRM-Projekt arbeitet in mehrfacher Hinsicht integriert: es bündelt die Kompetenzen der deutschen und iranischen Partner, es erarbeitet Lösungen, die auf einer ganzheitlichen Betrachtung des Einzugsgebiets basieren, und es kombiniert innovative Ansätze mit lokalem Wissen.

Die Ansätze reichen somit auch vom Einsatz moderner Technologien in Kläranlagen oder zur Abwasserwiederverwendung bis zur Erarbeitung alternativer landwirtschaftlicher Methoden zusammen mit den örtlichen Landwirten. Die partizipative Entwicklung eines IT-gestützten Modells der Wasserressourcen im Einzugsgebiet dient dabei als verbindendes Element, das wie nebenbei auch das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Personen und Institutionen vor Ort fördert.

Das Buch “Reviving the Dying Giant“ stellt die Ergebnisse der ersten Projektphase vor und ist damit das erste Buch, das sich aus verschiedenen Fachrichtungen dem Thema Zayandeh Rud widmet. In 16 Kapiteln präsentieren die 25 deutschen und iranischen Autoren ihre Ansätze und Lösungsvorschläge zur Rettung des sterbenden Riesen. In seinem Vorwort unterstreicht der iranische Energieminister Hamid Chitchian die Bedeutung des Flusses für den gesamten Iran.

Das im Juni bei Springer Nature erschienene eBook ist jetzt auch in gedruckter Form erhältlich.

Einen guten Überblick über das Gesamtprojekt und die Aktivitäten der zweiten Phase bietet außerdem die Broschüre „Integrated Water Resources Management Zayandeh Rud – German-Iranian Research and Development Cooperation for a Better Future“, die auf Englisch und Farsi bereits im Frühjahr 2017 erschienen ist.

Literaturhinweis
Shahrooz Mohajeri / Lena Horlemann (Hg.) Reviving the Dying Giant – Integrated Water Resources Management in the Zayandeh Rud Catchment, Iran. 267 Seiten, Springer Nature, Cham / Schweiz, 2017.
ISBN 978-3-319-54920-0 (eBook 978-3-319-54922-4 )

Shahrooz Mohajeri / Lena Horlemann/ Helke Wendt-Schwarzburg/ Mohammad Naser Reyhani (Hg.) Integrated Water Resources Management Zayandeh Rud, inter 3 Institut für Ressourcenmanagement, Berlin, 2017.

Mehr Informationen unter: http://www.iwrm-zayandehrud.com

Weitere Informationen:
http://www.iwrm-zayandehrud.com

(Quelle: Pressemitteilung des inter 3 Instituts für Ressourcenmanagement vom 13.09.2017)