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News 18.09.2017

Getreide, das der Dürre trotzt

Ein internationales Konsortium unter der Leitung des "International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics" hat unter Beteiligung eines Forschungsteams um den Systembiologen Wolfram Weckwerth von der Universität Wien das Genom der trockenresistenten Getreidepflanze Pennisetum glaucum (Perlhirse) sequenziert. Die Pflanze hat große Bedeutung für die Landwirtschaft in trockenen Regionen in Afrika und Asien. Perlhirse ist in der Lage, trotz großer Trockenheit und hohen Temperaturen bis zu 42°C Erträge zu liefern, im Gegensatz zu Weizen, Reis und Mais. Die Studie wird aktuell in "Nature Biotechnology" veröffentlicht.

Die natürliche Bandbreite von pflanzlichen Anpassungen an unterschiedliche Klimate ist unüberschaubar. Die Erforschung dieser natürlichen genetischen Biodiversität innerhalb von Pflanzenfamilien, -gattungen und auch Pflanzenarten zählt zu den größten Schätzen der menschlichen Erkenntnis. Genau diese genetische Vielfalt ist auch der Schlüssel, um mit globalen Klimaveränderungen und deren Folgen für die Landwirtschaft umzugehen. Zum Zweck der nachhaltigen Erforschung, Züchtung und Bewahrung der genetischen Vielfalt insbesondere der Nahrungsmittelpflanzen haben sich viele öffentliche Non-Profit-Institute im Rahmen einer internationalen Organisation zusammengeschlossen und sind aktiv in der Forschung, Züchtung und dem Aufbau von Non-Profit-Biobanken beschäftigt.

Perlhirse (Cenchrus americanus synon. Pennisetum glaucum) ist ein Grundnahrungsmittel in verschiedenen Trockenregionen Afrikas, Indiens und Asiens. Perlhirse zeichnet sich durch hohe Resistenz gegen Trockenheit und sehr hohe Temperaturen bis zu 42°C aus, doch die molekularen Mechanismen sind hierfür unbekannt. "Der erste Schritt, den man in der modernen Biologie heutzutage macht, um einen Organismus, sei es Pflanze, Tier oder Mikrobe, zu verstehen, ist die Sequenzierung seines Genoms, um anschließend das Proteom und das Metabolom zu messen", erklärt Wolfram Weckwerth. Leiter des Departments für Ökogenomik und Systembiologie und des Vienna Metabolomics Center der Universität Wien.

Um die molekularen Mechanismen der Widerstandsfähigkeit gegen Trockenstress auf genomischer Ebene, aber auch in weiteren Züchtungsprozessen genau zu untersuchen, hat das internationale Konsortium nicht nur das Genom von Perlhirse entschlüsselt, sondern auch 994 weitere Zuchtlinien bzw. Wildtypen dieser Pflanze sequenziert. In einer weiteren Studie haben Arindam Ghatak, Palak Chaturvedi, Wolfram Weckwerth und weitere MitarbeiterInnen diese Trocken- und Hitzeresistenz von Perlhirse auf metabolischer und proteomischer Ebene untersucht und damit die ersten molekular-physiologischen Hypothesen aufgestellt, wie diese Pflanze einen Ernteertrag unter extremen Trockenstressbedingungen erhalten kann. Die genomische Information war für diese Studien sehr wichtig.

ICRISAT:< http://www.icrisat.org/>;
CGIAR: http://www.cgiar.org/
VIME (Vienna Metabolomics Center): http://metabolomics.univie.ac.at/

Publikation in "Nature Biotechnology"
International Pearl millet genome consortium (2017) Pearl millet genome sequence provides a resource to improve agronomic traits in arid environments
Nature Biotechnology
DOI: 10.1038/nbt.3943

Publikation in "Journal of Proteomics"
Ghatak, A., Chaturvedi, P., Nagler, M., Roustan, V., Lyon, D., Bachmann, G., Postl, W., Schrofl, A., Desai, N., Varshney, R. K.,Weckwerth, W. (2016). Comprehensive tissue-specific proteome analysis of drought stress responses in Pennisetum glaucum (L.) R. Br. (Pearl millet). J Proteomics 143, 122-35.
DOI: 10.1016/j.jprot.2016.02.032

Wissenschaftlicher Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Wolfram Weckwerth
Department für Ökogenomik und Systembiologie
Universität Wien
1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA I)
T +43-1-4277-765 50
M +43-664-60277-765 50
wolfram.weckwerth@univie.ac.at

Rückfragehinweis
Mag. Alexandra Frey
Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-175 33
M +43-664-602 77-175 33
alexandra.frey@univie.ac.at

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Weitere Informationen:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1874391916300537?via%3Dihub

(Quelle: Pressemitteilung der Universität Wien vom 18.09.2017)