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News 24.01.2018

BUND: EU-Klimaziel 2020: Bundesregierung darf sich vor Klimaschutz und Luftreinhaltung im Verkehrssektor nicht länger wegducken

Anlässlich der Berichte über den gegenüber bisherigen Schätzungen deutlich erhöhten Treibhausgasausstoß Deutschlands, der zu einer Verfehlung des verbindlichen EU-Klimaziels für 2020 führen könnte, und die gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 sogar gestiegenen Emissionen im Verkehrssektor, sagte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger:

„Jahrzehntelang hat sich die Bundesregierung vor Klimaschutz und Luftreinhaltung im Verkehrsbereich weggeduckt und ursächliche Branchen wie die Automobilindustrie in ihrem klimaschädlichen Tun sogar noch unterstützt. Der anhaltende Trend zu immer größeren, schwereren und leistungsstärkeren Autos lässt die Erreichung des deutschen und des europäischen Klimaziels für 2020 in weite Ferne rücken. Solange die Bundesregierung keine Maßnahmen für eine Verkehrswende auf den Weg bringt, werden die Klimaziele jetzt und auch später gerissen. Die nächste Regierung muss kurzfristig wirksame Maßnahmen wie ein Tempolimit anordnen. Billigtreibstoff, die Pendlerpauschale in ihrer jetzigen Form und das Dienstwagenprivileg ohne jede Verbrauchsvorgabe darf es nicht mehr geben. Auch der im Vergleich zur Bahn oder zu Binnenschiffen viel zu günstige Warentransport auf der Straße lässt die verkehrsbedingten CO2-Emissionen weiter steigen. Der Güter- und Personenverkehr muss jetzt deutlich stärker auf die Schiene verlagert werden, das gehört so auch in den Koalitionsvertrag. Im Energiesektor ist die Stilllegung der dreckigsten Kohlekraftwerke bis 2020 das Gebot der Stunde.“

Pressekontakt: BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg, E-Mail: jens.hilgenberg@bund.net, Tel. 030-27586-467 bzw. Annika Natus, BUND-Pressesprecherin, Tel. 030-27586-464, E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net

(Quelle: Pressemitteilung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vom 24.01.2018)