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News 15.10.2006

Naturschutzgroßprojekt "Kyffhäuser" wird weiter gefördert

BMU stellt insgesamt mehr als 4,7 Millionen Euro für artenreiche Landschaft in Thüringen bereit

Das Bundesumweltministerium wird das Naturschutzgroßprojekt "Kyffhäuser" in Thüringen zwei weitere Jahre fördern und dafür zusätzlich 307.000 Euro bereitstellen. Damit fördert der Bund das Projekt mit insgesamt mehr als 4,7 Millionen Euro. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Diese artenreiche Landschaft soll dauerhaft geschützt werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass der eingeschlagene Weg erfolgreich ist. Mit diesem Projekt leistet der Bund einen Beitrag zum weltweiten Ziel, bis 2010 den Verlust an Artenvielfalt signifikant zu senken."

Die Gipskarstlandschaft des "Kyffhäuser" stellt eine alte Kulturlandschaft dar, die durch eine traditionell extensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung geprägt ist. Es ist eines der größten Gipskarstvorkommen in Mitteleuropa und mit Abstand das artenreichste Gebiet Thüringens. Die zentralen Bereiche des Projektes umfassen eine Fläche von mehr als 3.000 Hektar, die von Trocken-, Halbtrocken- und Steppenrasen, Kalk- und Silikatfelsen, Karst- und Trockenwäldern, Streuobstwiesen und Kalkäckern geprägt ist. Hier kommen spezielle Pflanzenarten wie Bitterer Enzian, Wiesen-Kuhschelle und verschiedene Federgräser vor, ebenso wie 15 Fledermaus-, 78 Tagfalter- und 172 Laufkäferarten sowie Wildkatze, Wiedehopf und Raubwürger.

Vor Beginn des Projektes 1997 waren diese Vorkommen sehr seltener Pflanzen und Tiere durch Buschwerk, Bewaldung, Nutzungsaufgabe und -umwandlung gefährdet. Mit Hilfe des Bundes wurden ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt, 630 Hektar Flächen erworben, auf 300 Hektar Pflegemaßnahmen durchgeführt, Streuobstbestände neu angelegt und die Pachtverhältnisse im Einvernehmen mit den Flächenbewirtschaftern neu geordnet. Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz betreut. Bis Ende 2008 sollen die eingeleiteten Maßnahmen zur Sicherung der Artenvielfalt fortgeführt werden. An der Finanzierung der Gesamtkosten von fast 6,3 Millionen Euro beteiligen sich der Bund (75 Prozent), das Land Thüringen (15 Prozent) und der Kyffhäuserkreis (10 Prozent).

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(Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vom 15.10.2006)