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News 27.11.2006

Agrarfachbereich der Universität Kassel bleibt

Wissenschaftsrat sieht Chancen

Kassel/Witzenhausen. Als falsch hat die Universität Kassel eine Schlagzeile von AGRA-EUROPE, dem Pressedienst für die deutsche Landwirtschaft, zurück gewiesen, der zu Folge die Kasseler Agrarfakultät in Witzenhausen nach den Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Strukturreform der Agrarwissenschaften geschlossen werden soll. Im Gegenteil sei richtig: Der Wissenschaftsrat sehe sehr gute Chancen für die enge Kooperation der Agrarfakultäten in Göttingen und Kassel, die in einem Fakultäten-Verbund den Kern eines der sechs vom Wissenschaftsrat vorgesehenen Forschungszentren in der Bundesrepublik bilden könnten.

In der Überschrift über die Berichterstattung von AGRA-EUROPE war in der Ausgabe Nr. 47/2006 vom 20. November 2006 auf Seite 1 der Länderberichte und auf Seite 1 der Dokumentation behauptet worden, dass Kassel-Witzenhausen geschlossen werden solle. Im Bericht selbst wurde allerdings korrekt über die guten Perspektiven informiert, die der Wissenschaftsrat aber auch die Universität Kassel selbst ihrem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften im Verbund mit der Agrar-Fakultät Göttingen einräumen. Schließlich haben beide Fakultäten bereits vor zwei Jahren einen Kooperationsvertrag darüber abgeschlossen, ihre jeweiligen Stärken in enger Zusammenarbeit weiter zu entwickeln und gemeinschaftlich auszubauen. So können beide Fakultäten wichtige Synergien entwickeln, wie sie der Wissenschaftsrat an verschiedenen Stellen z.B. für die tropisch-subtropisch orientierte Agrarforschung oder auch für die Bereiche Biodiversität, Umweltstandards und Qualitätssicherung und Lebensmittelqualität aufzeigt.

Der Verbund beider Fakultäten bringe, so das Gutachten des Wissenschaftsrates wörtlich, für beide Seiten Vorteile. Ausdrücklich würdigt der Wissenschaftsrat auch, dass Kassel über den einzigen grundständig auf Ökologische Landwirtschaft ausgerichteten Fachbereich in Deutschland verfügt. Auch international ist er mit dieser Profilierung und dem umfassenden Angebot im Rahmen des Profilgebietes relativ einzigartig.

Göttingen und Kassel hatten durch die gemeinsame Besetzung einer Professur für beide Fachbereiche erst vor kurzem ein beispielhaftes Signal für die vom Wissenschaftsrat empfohlenen neuen Kooperationsformen gesetzt, in diesem Fall erstmals sogar Ländergrenzen überschreitend. Nachdem der Wissenschaftsrat in seinem Gutachten die kritische Größe künftiger Agrarfakultäten in Deutschland auf 40 bis 50 Professuren festgesetzt hat, sei klar, dass Kassel-Witzenhausen allein nicht als Kern eines regionalen Clusters fungieren könne. Gemeinsam mit der Universität Göttingen sei es jedoch möglich, im Herzen Deutschlands einen schlagkräftigen Fakultäten-Verbund zu organisieren – ein Modell, an dem schon seit mehr als zwei Jahren von Göttingen und Witzenhausen gebaut werde.

Beide agrarwissenschaftlichen Fakultäten wissen dabei ihre Präsidenten und Ministerien hinter sich. Der Impuls zu dieser länderübergreifenden Zusammenarbeit war nicht zuletzt von den beiden Landesregierungen in Wiesbaden und Hannover ausgegangen. Eine andere Entwicklung für Witzenhausen als den agrarwissenschaftlichen Fakultäten-Verbund mit Göttingen streben weder das Präsidium der UNIK noch der Fachbereich selbst an.

Das europaweit einzigartige Profil des agrarwissenschaftlichen Fachbereichs Kassel-Witzenhausen bleiben dabei mit 19 einschlägig angesiedelten Professuren die Ökologische Agrarwissenschaften. Die rasant steigende Nachfrage nach Produkten ökologischer Landwirtschaft unterstreiche die Dringlichkeit dieses Forschungs- und Ausbildungsschwerpunkts, der nicht zuletzt durch drei privat finanzierte Stiftungsprofessuren der Wirtschaft unterstützt werde und im Wissenstransfer in die Praxis eine hervorragende Rolle spiele.

Mit inzwischen vier ökologisch ausgerichteten, zum Teil international orientierten Studiengängen zeigt sich der Fachbereich Kassel-Witzenhausen auch im Angebot für Studieninteressenten gut für die Zukunft gerüstet. Die Umstellung auf Bachelor- und Master-Abschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozesses wurde schon vor fast zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen. Auch in der Einwerbung von Drittmitteln für die Forschung wisse sich der Fachbereich auf gutem Weg. Allein in diesem Jahr wird es dem Fachbereich gelingen, fünf Millionen Euro an Forschungsgeldern ein zu werben, darunter auch Mittel für ein DFG-Graduiertenkolleg.

Info Universität Kassel
Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften
Dekan Prof. Dr. Jürgen Heß
tel (0561) 804-1587/-1211 oder 01775911315
e-mail jh@wiz.uni-kassel.de

(Quelle: Uni Kassel vom 27.11.2006)