Buch-Tipps

Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) & Bundesamt für Naturschutz (BfN) (Hrsg.)
(2000)

Naturschutz in Entwicklungsländern
Neue Ansätze für den Erhalt der biologischen Vielfalt



Täglich sterben Tier- und Pflanzenarten aus, von denen die meisten weder entdeckt noch wissenschaftlich beschrieben sind. Dieser Artenschwund ist besonders drastisch in Entwicklungsländern, in denen die biologische Vielfalt um ein Vielfaches höher ist als in den Industriestaaten. Naturschutz in Entwicklungsländern besitzt daher für den globalen Erhalt naturnaher Ökosysteme absolute Priorität. Drückende wirtschaftliche und soziale Probleme lassen es häufig jedoch nicht zu, dass Entwicklungsländern dem Naturschutz auch die Stellung zukommen lassen, die im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung notwendig wäre. Die Bundesregierung unterstützt im wesentlich seit Beginn der 90-er Jahre Entwicklungsländer bei der Durchführung von Naturschutzvorhaben. Über 100 Millionen DM gibt Deutschland jährlich dafür aus. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit werden die Einrichtung und das Management von Schutzgebieten ebenso gefördert wie die nachhaltige Nutzung von Natur ausserhalb von Schutzgebieten. Zu den über 160 geförderten Projekten zählen z.B. der Unterhalt weltbekannter Nationalparks wie des Krüger-Nationalparks in Südafrika und des Selous-Reservats in Tansania, aber auch von relativ unbekannten Schutzgebieten wie in der Ostmongolei oder in Ecuador. Das soeben erschienene Buch "Naturschutz in Entwicklungsländern" macht erstmals den Versuch, bisherige Ansätze der deutschen Entwicklungszusammenarbeit umfassend aufzuzeigen, und aktuelle Probleme und Lösungswege zu diskutieren. Die Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit im Naturschutz sind vielfältig: Einrichtung von Treuhandfonds, Bioprospektion, Ökosponsoring, Organisationsentwicklung, Produktzertifizierung, Informationsmanagement, Ökotourismus, Bodenrecht und private Schutzgebiete sind nur einige Schlagworte, die die breite Palette von Themen beleuchten, die modernes Naturschutzmanagement heute verlangen. 37 Experten aus Naturschutz und Entwicklungszusammenarbeit haben zu diesem Standardwerk beigetragen, das von der Deutschen Gesellschaft für Technischen Zusammenarbeit (GTZ) GmbH gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) herausgegeben wurde. Das Buch ist eine Fundgrube für Informationen und Anregungen, wobei auch kritische und nachdenklich stimmende Beiträge keineswegs fehlen. Es zeigt, dass es im modernen Naturschutz nicht mehr ausreicht, einige Wildhüter auszurüsten und ihre Gehälter zu bezahlen, sondern dass es vielmehr um integrierte Ansätze von Naturschutz und Entwicklung geht. Das Buch macht aber auch deutlich, dass es im Naturschutz keine globalen Standardlösungen gibt – es zeigt vielmehr moderne Lösungsansätze und Optionen auf, die teilweise sogar erst noch weiter zu entwickeln sind, und will dazu beitragen, dass Naturschützer ihre Methoden und Instrumente effektiv einsetzen.

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Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) & Bundesamt für Naturschutz (BfN), Naturschutz in Entwicklungsländern. Neue Ansätze für den Erhalt der biologischen Vielfalt. – ISBN 3-925064-29-X. 296 Seiten, Hardcover, zahlreiche Fotos, Karten, Grafiken. Ladenpreis: DM 46,-.