Buch-Tipps

Hermann Behrens
(2010)

Lexikon der Naturschutzbeauftragten. Band 3

Naturschutzgeschichte und Naturschutzbeauftragte in Berlin und Brandenburg


1906 wurde in Preußen die „Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege“ gegründet. Damit begann in Deutschland der staatliche Naturschutz. Danach wurden in allen Ländern und Provinzen und vielen Bezirken und Kreisen „Komitees für Naturdenkmalpflege“ eingerichtet. Die Geschäfte der Stellen und Komitees führten „Kommissare für Naturdenkmalpflege“, die nach Erlass des „Reichsnaturschutzgesetzes“ im Jahre 1935 „Beauftragte für Naturschutz“ hießen. Naturschutzbeauftragte gab es dann flächendeckend in allen Kreisen, Bezirken, Ländern oder Provinzen Deutschlands. Sie waren bis 1945 im Deutschen Reich und nach dem Zweiten Weltkrieg in den beiden deutschen Staaten, in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, das wichtigste Bindeglied zwischen der staatlichen Naturschutzverwaltung und den vielen freiwilligen Helfern, die, zumeist in Vereinen oder Verbänden organisiert, mit ihrem unbezahlten und unbezahlbaren Engagement den Hauptteil der praktischen Naturschutzarbeit leisteten.

Wie sah die Arbeit dieser Beauftragten in Berlin und Brandenburg, dem einstigen „Herzstück“ des Naturschutzes in Deutschland, aus? Wie entwickelte sich nach Gründung der Provinzialkommission für Naturdenkmalpflege 1908 diese Arbeit im Rahmen der allgemeinen Entwicklung des staatlichen und wissenschaftlichen Naturschutzes? Warum gibt es heute in Berlin und Brandenburg bis auf den Landesbeauftragten in Berlin keine Naturschutzbeauftragten mehr?

Diesen Fragen ging über sechs Jahre lang Prof. Dr. Hermann Behrens, Dozent in den Studiengängen Naturschutz und Landnutzungsplanung sowie Landschaftsarchitektur und Umweltplanung an der Hochschule Neubrandenburg, nach. Das Ergebnis seiner Forschungen liegt nun in Form einer fast 1000 Seiten starken Veröffentlichung vor, die Anfang Juni unter dem Titel „Naturschutzgeschichte und Naturschutzbeauftragte in Berlin und Brandenburg“ im Steffen-Verlag Friedland erschien. Auf der Grundlage umfassender Archivarbeit wird zunächst im ersten Teil des umfassenden Werkes erstmals in einem Gesamtzusammenhang die Geschichte des Naturschutzes in Berlin und Brandenburg von den Anfängen bis zur Gegenwart dargestellt. Im zweiten Teil finden sich Kurzbiografien aller etwa 350 Naturschutzbeauftragten, die seit 1906 auf dem Gebiet der heutigen Bundesländer Berlin und Brandenburg tätig waren, darunter viele der bekanntesten Naturschützer in Deutschland wie Hugo Conwentz, Wilhelm Wetekamp, Walther Schoenichen, Hans Klose, Max Hilzheimer, Hans Hedicke, Hermann Helfer, Max Kienitz, Otto Schnurre, Kurt Gruhl, Kurt und Erna Kretschmann, Karl Heinz Großer, Michael Succow, Herbert Sukopp und viele andere mehr, die vor Ort jahre- und jahrzehntelang unter oft mühevollen Bedingungen Naturschutzarbeit leisteten.

Bei der Veröffentlichung handelt es sich um den dritten Band der Reihe „Lexikon der Naturschutzbeauftragten“, die vom Autor bearbeitet wird (Band 1: Mecklenburg-Vorpommern, Band 2: Sachsen-Anhalt).

Internetadresse:
http://www.steffen-verlag.de/buecher/natur/lexikon-der-naturschutzbeauftragten-band-3.html

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Institut für Umweltgeschichte und Regionalentwicklung e.V. an der Hochschule Neubrandenburg (Hrsg.) 2010: Lexikon der Naturschutzbeauftragten. Band 3: Naturschutzgeschichte und Naturschutzbeauftragte in Berlin und Brandenburg. Behrens, Hermann (Bearb.). Steffen-Verlag Friedland. 964 Seiten, ISBN 978-3-940101-83-9, 58,80 Euro.